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Chronik, Presseperlen

Inspiration für Hartz-IV-Debatte – George W. Westerwelle, 16. Februar 2010

……Liebe Kollegen,

weiter geht es mit einer – wie ich finde – treffenden Analyse der
„Hartz-IV-Attacken“ seitens G.Ws. – wieder auf SPIEGEL-Online. Auch hier empfehle ich die  Leserkommentare. Einige daraus habe ich wieder als Zitate mit angeführt.

Ich wünsche Euch weiterhin erhellende Lesemomente.

Eure

Social Secretary

*****************************************************************

Inspiration für Hartz-IV-Debatte

George W. Westerwelle

Ein Kommentar von Frank Hornig

15.02.2010

FDP-Chef Westerwelle: „Von George W. Bush lernen, heißt Steuern senken lernen“


Guido Westerwelle hat seine Hartz-IV-Attacken von den US-Republikanern abgekupfert: Die spalten mit ihren Tiraden gegen angeblichen Sozialismus seit Jahren die Gesellschaft. Fehlt nur noch ein leuchtendes Gegenbeispiel wie „Joe the Plumber“ – wie wär’s mit „Claudia, der Kellnerin“?

Berlin – Reisen bildet. Es erweitert den Horizont. Das muss man auch Guido Westerwelle zugutehalten. Seine Antrittsbesuche als Außenminister sind keineswegs so nutz- und ergebnislos verlaufen, wie es bislang den Anschein hatte.

Westerwelle hat etwas gelernt auf seinen Reisen, vor allem in Amerika. Was nämlich im Wirbel um seine Attacken auf Hartz IV bislang völlig unterging: Dort, in den USA, ist das Vorbild für seinen neuen Populismus zu finden.


Die Angriffe des FDP-Chefs klingen verblüffend ähnlich wie die perfekt einstudierten Hetztiraden der US-Republikaner. Angeblich gibt es eine „sozialistische Entwicklung in dieser Republik“, es mache sich gar ein „geistiger Sozialismus“ im Lande breit. Genauso schimpfen Amerikas Rechte. Sie beschwören regelmäßig den Einzug des „Socialism“ in ihrem Land – zum Beispiel, wenn es mal wieder jemand wagt, für die knapp 40 Millionen unversicherten Bürger eine Krankenversicherung ins Gespräch zu bringen oder das System der Lebensmittelmarken für Arme zu verbessern. So etwas ist bei den Republikanern als „European“ verpönt und ähnlich verhasst wie die „spätrömische Dekadenz“.

Auch Westerwelles „hart arbeitende“ Kellnerinnen sind rhetorisch entlehnt: Kaum ein Republikaner kommt in Reden ohne den Verweis auf „hard working Americans“ aus. Nun kann es wohl nicht mehr lange dauern, bis Westerwelle rührselig echte Deutsche als Beispiel für seine Politik präsentiert – so wie es John McCain im Präsidentschaftswahlkampf mit einem angeblich „hart arbeitenden“ Installateur („Joe the Plumber“) versuchte. Denkbar wären für die FDP zum Beispiel „Claudia, die Kellnerin“ oder „Heinz, der Schreiner“.


Der deutsche Vizekanzler kupfert für sein innenpolitisches Spiel hemmungslos Sprüche und Ideen bei den Republikanern ab. Wie der letzte republikanische US-Präsident versucht er, die Gesellschaft zu polarisieren. Er ist George W. Westerwelle. Leistung statt Lebensmittelkarten. Und immer runter mit den Steuern.

Wie weiland Bush fordert er um jeden Preis, den Staat aus der freien Wirtschaft zurückzudrängen. Das passende US-Schlagwort heißt „big government“, diese gelte es zu bekämpfen. Als nächstes wird Westerwelle vermutlich fordern, die „große Regierung“ zu beschneiden. „Von George W. Bush lernen, heißt Steuern senken lernen“, erklärte er schon vor zwei Jahren. Dass Bush seinem Nachfolger das größte Defizit der US-Geschichte hinterließ, erwähnt er nicht.

Auswahl an Leserkommentaren

Zyklotron „Westerwelle in Abschiebehaft“

Kann man Westerwelle dann nicht einfach in die USA abschieben?
Wenn er in einem pervertiertem, ultrakapitalistischem, unrechtsstaatlichem Lobbyregime leben will, dann soll er doch beim nächsten Besuch in Übersee einfach dort bleiben.

Nebenher kann er dann sein Englisch verbessern.

Tschüss, Herr Westerwave!

taiga „Hahaha“
Heinz der Schreiner, was hab ich gelacht. Obwohl, eigentlich ist es zum Weinen, dass der deutsche Michel nicht kapiert, wie er ideologisch über den Tisch gezogen werden soll – zumindest die, die sich von IHM als Leistungsträgerelite gebauchpinselt fühlen.
Klasse gesehen, Herr Kommentator, die Kongruenz mit den Republikanern!

heinz.mann „Westerwelle“
Herr Westerwelle hat richtig erkannt, dass sich Arbeit lohnen muß und der Abstand zu jemandem der nicht arbeitet erkennbar sein muß, da ja sonst keiner motiviert ist, arbeiten zu gehen.

Nur der Schluss den er daraus zieht ist nicht richtig.
Statt die Leistungen für HartIV Empfänger zu kürzen, müßten eher die Löhnen in den unteren Bereichen erhöht werden ggf. auch durch einen Mindestlohn.

Dies würde auch mehr Geld in die Sozialkassen spülen.

Eine Neiddebatte anfangen zu wollen zwischen den Niedrigverdienern, die sich abacken und trotzdem kein Geld zusammenbekommen und den HartIV Empfängern ist perfide und unmoralisch.

Ich kann nur hoffen, dass er niemals in die Gefahr gerät auch einmal von HartzIV leben zu müssen.

vantast „G.W.Westerwelle hat die Bankster vergessen“
Sie haben doch den schlimmsten Finanzzustand in der BRD erzeugt, nicht die wenigen Hartz4-Optimierer. Insofern sind seine Aussagen maßlos und unredlich, er schont seine Klientel, die mit wenig Anstrengung viel Geld scheffeln, aber nicht einmal bleibende Werte schaffen. Einen Staat hauptsächlich nach den Wünschen des Kapitals zu schaffen, ist zum Scheitern verurteilt, Staat ist mehr, als Profite machen.

Demokrator2007 „Von Bush lernen heißt ruinieren lernen“
Solange das Geschrei eines Hetzer im Stile Joseph Goebbels Geschrei bleibt, kann man belustigt zuschauen. Man sollte aber in Anbetracht gemachter Erfahrungen in Deutschland aufpassen, das diese Westerwelle nicht deswegen so eine Welle macht, damit im Hintergrund die richtigen Fäden gezogen werden können.
Hoffentlich nur „Maoistenpropaganda“ daß man plant, die Armenrechtklage zu verschärfen, sodaß die Unterschicht nicht mehr gegen ihre eigene Abwicklung kämpfen kann. Wundern würde mich in diesem Land nichts mehr, von der Demokratie scheinen wir uns jedenfalls zunehmend zu entfernen, Gettos haben wir schon wieder, Gestapomethoden werden auch neu überarbeitet, mal sehen was noch folgt.

Ciao
DerDemokrator

spon-1223288339514 „Westerwave“
Westerwelle verbreitet bewußt Unwahrheiten. Das Lohnabstandsgebot bleibt in jedem Fall gewahrt. Denn der dessen Bezüge unter H4 Niveau fallen gilt als Aufstocker und bekommt H4. Lohn und H4 zusammen ergeben in jedem Fall mehr Einkommen als nur allein H4. Das Thema ist von Westerwelle inszeniert um von anderen Themen und Zuständen abzulenken. Ich vermute Außenpolitik ist nicht so sein Ding.

dinapasch „Endlich“
Ich finde im Gegensatz zu Ihnen diesen Kommentar hervorragend,endlich, muß ich sagen, kapiert auch ein Spon Redakteur mal wo die Reise mit dieser FDP hingeht. Die heißt: Spaltung des Volkes., die Wenigverdiener gegen die „Nichtsnutze die nicht arbeiten gehen“. Ja ja,so kann man von einer totalen Unfähigkeit ablenken,unfähig wirklich etwas vernünftiges gegen die immer weiter abrutschenden Löhne in unserem Land zu tun. Herr Westerwelle schimpft über den geringen Abstand der Löhne zu Hartz 4, was ja auch richtig ist,,nur,er sagt nicht das die Löhne steigen müssten sondern er möchte das Harz4 gekürzt wird, so läuft der Hase..Er möchte doch seine Klientel (ach ja die armen Unternehmer) nicht noch mehr belasten. Dieses „Rumpelstilzchen“ ist einfach nicht mehr zu ertragen und dieser Mensch,auch noch Außenminister,ist eine Schande für Deutschland!!!!Ich kann nur hoffen das diese Regierung keine 4 Jahre durchhält,sonst „Gnade uns Gott“! Übrigens, er soll doch ins Amiland gehen,zu den Republikanern, da passt er hin.

vw71 „George W. Westerwelle – selten so gelacht.“
George W. Westerwelle – selten so gelacht.

Aber wenn ich es mir genau überlege, dann ist Westerwelle gefährlich. Genauso gefährlich wie George W., weil ihnen beiden der Hang zur Mäßigung fehlt und sie ihre Pläne und Gerede wirklich versuchen in die Tat umzusetzen.

erkaem „Inhalt vor Form — oder umgekehrt“
So schlecht funktioniert die Zusammenarbeit CDU/CSU mit der FDP gar nicht.
H. Westerwelle tut das was er am besten kann. Er gibt den Lautsprecher. Unsere Bundeskanzlerin tut ebenfalls das ihre. Sie schweigt und lässt verbreiten, dass sie die Form des Vortrages, keineswegs den Inhalt, für schlecht hält.
Warten wir noch ein paar Tage und unsere Fr. Merkel wird das Ganze moderiert (und moderat) inhaltlich zusammenfassen. In wohlgesetzten Tönen und staatstragendem Vortrag.
Und dann? Dann ist genau das passiert was gewollt war.
Die Hartz-4-Empfänger sind als Schmarotzer entlarvt. Die Bezüge werden sinken (denn das ist ja nun gesellschaftlich sanktioniert) und die Löhne und Gehälter der Arbeitenden sind dadurch endlich höher. Auch wenn sie keineswegs angehoben wurden.
Das ist so durchsichtig, ich könnte brechen.
Meine Güte, warum ist man hier in D nicht mehr in der Lage, die Leute die sich abrackern (oder abgerackert haben) anständig zu bezahlen, damit sie ein Leben in Würde verbringen können.

dasbertl „Nur eines hat er dabei vergessen…“
Bei den Menschen, bei denen er sich seine Worte abgeschaut hat, ist das Wort „Liberal“ ein Schimpfwort! Nun gut, er ist auf dem besten Wege, auch bei uns aus Liberal ein Schimpfwort zu machen. Davon mal abgesehen, halte ich es für bedenklich, sich die Politik bei trockenen Alkoholikern mit Kreuzzugssehnsucht abzuschauen…

harrold „Deutschland ist nicht die USA“
Ein sehr kluger Kommentar, der mich überzeugt.

Ob das, wenn das stimmt, klappt, wage ich aber zu bezweifeln. Ich glaube, die Kultur zwischen beiden Ländern ist doch zu verschieden. Die Arbeitsethik hat in den USA einen extrem anderen Stellenwert als hier, falls es ihn hier überhaupt noch gibt. Auch wenn es weit zurückliegt, ist dieses Land und dessen Kultur, und auch gerade das im Falle der USA puritanische, im Falle Deutschlands vermutlich protestantische (ursprünglich aus der wilhelminischen Ära stammende?)Arbeitsverständnis oder die Arbeisethik („hard working americans“) gebrochen: Die Deutschen haben erfahren, dass pures Arbeiten, pures „Mitmarschieren“ ohne zu fragen wofür in die totale Katastrophe führen kann. Das aufzubrechen, würde das Bohren SEHR dicker Bretter bedeuten. Der berühmte Zivilisationsbruch einschließlich der Arbeitswelt fand eben in Deutschland statt und nicht in den USA.

Baikal „Keine Freiheit für die Möwenpick-Mafia“
Na ja, die geistigen Kapazitätsgrenzen eines G. Doubleju reizt Schwester Welle ohne Frage aus, aber ob er diese Ideen auch selbst hatte? In der Bild-Zeitung tauchte als unterstützender „Wissenschaftler“ jener Herr Hüther vom Institut der Wirtschaft auf, Straubhaar vom HHWI (was waren das noch für Zeiten, als es HWWA hieß mit Ortlieb)jubelte bei Spon und der unselige Franz aus Mannheim stiße auch in das Horn. Schwester Welle ist nichts als ein Mietmaul, die Industrie testet die Grenzen und beobachtet die Reaktionen. SPD als Gegenkraft? Fehlanzeige, keine Kampagne. Gewerkschaften? Zahnlos bei der Krise. CDU? Vorsichtiges Abwarten bis nach NRW, aber nichts Grundsätzliches. Die wollen Chile hier, nach Mai, wenn nichts passiert dagegen.

G. Donner-Wetter „Welches Trauma muß er verarbeiten?“
Das Gepolter erinnert mich in fataler Weise an einen Kindergarten-, später Klassenkameraden aus meiner Kindheit. Aus sehr reichem Hause fühlte er sich immer minderwertig und gedemütigt gegenüber den Arbeiterkindern deren Eltern in der väterlichen Firma ihre Brötchen verdienten. Denn wo er das (in den späten Sechzigern unbezahlbare) totlangweilige Aluminiumrad mit der F&S Dreigang-Nabenschaltung am rechten Lenkergriff und der uncoolen Klingel durch die Gegend schaukelte, fuhren die ordinären Kinder mit (uralten und notdürftig geflickten) Bonanzarädern mit extrem angesagtem Schaltknüppel in fortpflanzungsgefährdender Positon und in die Speichen gefalteten Bierdeckeln rum und hatten die Dreiklang-Hupe mit dem dicken schwarzen Blasebalg dran.
Er hatte zwar ein eigenes Telefon und einen Fernseher in seinem Kinderzimmer, Sachen die in vielen Familien zu der Zeit gar nicht vorhanden waren, (wie auch eine Toilette oder ein Bad, die teilten manche auf der halben Treppe mit der Nachbarschaft) manche sahen bei ihm zum ersten Male einen Fernseher, aber wen interessiert sowas wenn die Proleten das vermeintlich tollere Fahrrad haben?
Und zur Krönung (der Pöbel verschwor sich gegen ihn) wurde er beim Fußballspielen immer als letzter gewählt, weil er einfach etwas stippelig war und immer über die eigenen Beine fiel.

Bis heute, inzwischen Anfang Fünfzig- lebt er in dem Wahn daß das einfache Volk alles in den Allerwertesten geschoben bekommt während er zwischen mehreren Pools, Sportwagen und Feriendomizilen wählen muß. Er muß sich auf Marbella mit seiner Familie über mehrere tausend Quadratmeter zu Tode langweilen während der Pöbel am Ballermann das wahre Paradies genießt. Gefangen in einem goldenen Käfig, an dessen Bau er bis heute Null Anteil hat, denn gearbeitet hat er noch nie, nur immer die Lorbeeren der väterlichen Patente geerntet. Wenn er nicht das Recht hat sich aufzuregen, wer denn dann?

G. Donner-Wetter „Arno the Dübel“
Man hat doch schon „Arno the Dübel“ in’s Rennen geschickt. Normal daß man von einer Kunstfigur auf mehrere Millionen Menschen schließen kann, der homo internet frißt das kritiklos.

Stellt sich nur die Frage:
Würde sich ein Unbekannter öffentlich als steuerhinterziehendes FDP-Mitglied outen und sich über den Staat lustigmachen, bekäme er bei der Bildzeitung auch soviel Redezeit?

mooksberlin „Dummes Geschwalle“

Wohl zuviel Focus und Bild gelesen ? Welche Wahrheit und welcher linke Zeitgeist ? In diesem Land fehlen mindestens 5 Millionen Arbeitsplätze und wieso bekommt eine 4-köpfige Familie denn oft nicht viel mehr als eine Hartz 4 Familie ? Nicht weil die ALG II Familien überalimentiert werden, sondern weil die Löhne für einfach Arbeiten immer weiter gefallen sind. In den späten 80iger Jahren verdiente ein Gebäudereiniger zwichen 12 und 15 DM pro Stunde , heutzutage geht dieser mit 4 bis 6 € pro Stunde nach Hause, alles so gewollt von den neoliberalen „Eliten“. WW hat selber noch nie richtig gearbeitet sondern ist seit den 90ern Berufspolitiker und bezieht sein Salär aus der Staatskasse ( und von den Lobbysten) . Hier wird ganz billige Propaganda von einem nicht allzu intelligenten Zeitgenossen ( WW) auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen. Ich für meinen Teil zahle den Spitzensteuersatz, aber neide den Hartz 4 Empfängern keinen Cent, selbst wenn es einige wenige geben sollte, die das System ausnutzen.

Dr_Lecter „Sozialausgaben“
Die Sozialausgaben sind natürlich gestiegen. Es ist ja seit 10 Jahren alles mehr als doppelt so teuer geworden. Also auch dieser Posten im Bundeshaushalt.

Und man kann noch nichtmal beklagen, dass der Anteil prozentual gestiegen ist. Immerhin sind die Einnahmen nicht im gleichen Verhältnis gestiegen – vor allem, weil Reiche deutlich entlastet wurden.

Der Prozentsatz lässt sich aber wieder deutlich senken, wenn man die Millionäre endlich wieder zur Kasse bittet. Immerhin profitieren sie vom Gesamtsystem am deutlichsten.

Hannes71 „Fragen an Herrn Westerwelle“
Wenn es doch kaum Arbeit gibt, wie sollen dann diese Millionen von Hartz4-Empfängern es anstellen, um einen Job zu bekommen? Und …

wenn fast alle Arbeitgeber in ihren Betrieben weiterhin rationalisieren und dadurch noch mehr Arbeitslose schaffen, sind dann diese zukünftigen Hart4-Empfänger automatisch alle Faulenzer? Und

wenn die anfallende Arbeit in den Betrieben ständig auf weniger Personen konzentriert wird, führt das dann nicht zur Überlastung, zu Stress und zur Krankheit für die nunmehr überstrapazierten Arbeitnehmer, oft mit der Folge von Frühinvalidität, erhöhten Krankheits/Rentenkosten und …

wenn dann die Krankenkassen dann mit Ihren Beiträgen nicht mehr auskommen und die Beiträge erhöhen, ist das dann nicht eine Folge von dieser massiven Rationalisierung, während gleichzeitig Millionen von Hartz4-Empfängern in einer Ecke sitzen und auf Arbeit warten. Und…

wenn die Hartz4ler sich als Ausgegrenzte nun mit ihrem Mini-Einkommen mehr schlecht als recht einrichten, warum wird ihnen dann nachgesagt, dass sie sichs in der sozialen Hängematte bequem machen.

Wenn anderseits eine CD mit den Namen von Steuerhinterziehern angeboten wird, dann soll der Staat diese angeblich gestohlenen Daten nicht verwenden, wodurch die Steuerhinterzieher dann einen nichtverdienten Schutz bekämen.

Wenn man genau weiß, dass wohl einige Milliarden Euro (davon etliches an der Steuer vorbei) bei Banken in so genannten Steuerparadiesen lagern, dann fragt man sich, warum diese Milliarden nicht hier in Arbeitsplätze investiert werden, wo bleibt also die Solidarität in unserer Gesellschaft. Dafür zu kämpfen, das ist doch die Aufgabe von Politikern? Und…

wenn etwa 10 % der Bevölkerung über 70 % des gesamten Vermögens in unserem Land verfügen, bei steigender Tendenz, wobei die kirchlichen Sozialverbände gleichzeitig eine zunehmende Verarmung in den schwächsten Bevölkerungskreisen feststellen, wohin soll das denn mal führen? Und..

wenn die gezahlten Steuern der arbeitenden Bevölkerung maßgeblich und überwiegend in den Topf für Hartz4 fließen würden, dann könnte man das Mobben dieser Sozialempfänger ja noch verstehen, aber ….

wenn die gezahlten Steuern hingegen überwiegend für Banken und ihre Top-Manager verwendet werden, die durch Zocken eine weltweite Finanzkrise ausgelöst haben, dann fragt man sich, warum dieser Vorgang nicht dieselbe Reaktion auslöst wie bei den Hartz4-Ausgaben, und….

wenn man dann sieht, dass diese Bankmanager sich weiterhin Millionen an Jahresgehältern auszahlen und es schon wieder mit den Super-Bonizahlungen losgeht, wie kann es dann sein, dass man sich trotzdem die Schwächsten fürs Mobben ausgesucht hat. Und

wenn man sich dann mal die Umweltschäden ansieht, die meines Erachtens überwiegend durch die Produktion und den Gebrauch von reinen Luxusgütern entstehen (die wohl nicht in erster Linie für die Hartz4-Empfänger hergestellt werden), und dann bedenkt, dass unsere Kinder und Kindeskinder das mal wieder unter viel Entbehrungen herrichten müssen, und

wenn man dann diesen Kindern, so wie es das Verfassungsgericht ja festgestellt hat, nicht ausreichend mit Geld für Essen und Bildung versorgt (auch und speziell die Kinder in der Hartz4-Gesellschaft), wie sollen sie es denn jemals schaffen, das Chaos, das diese Politikergeneration hinterlässt, jemals halbwegs zu schultern ??

Kommentare:


VIRUS-X ja danke auch – gute Kommentare, fand ich.
Das diese Diskussion nach dem Urteil des Verfassungsgericht kommt, war irgendwie klar.
Wie leider auch in meinen Kommentaren rauskommt, müssen wir uns nicht nur in 2 Lager spalten,
was die HARTZ IV-Diskussion angeht. Wieso nicht auch noch Bürokratie – the big government – und das Grundegesetz einbeziehen.
Am meisten geht mir bei der Diskusion auf n Keks, dass jeder über den anderen abledert, sich ja so prima in den anderen reinversetzt
  • VIRUS-X Ich meinte den Kommentator mooksberlin „Dummes Geschwalle“

    Der Bezug zu den Republikanern war gut. Auch ist da ein 2-Fronten Kampf entstanden, der völligst realitätsfern ist.
    Obama der kl. Hitler, weil er wie H. die KKV einführt. ???
    Auch andersrum ging mir früher der H.-Vergleich mit Bush auf n Senkel.

    Da wir z.Z. hart dikutieren (Anm. der Social Secretary: Leider hat das System hier auch wieder Text gekappt. Sorry!)

  • Germanys next Bundeskab… ..Ich danke für den Kommentar. Stimmt, sehe ich auch so … dieses Zwei-Fronten-Lagerdenken ist auf Dauer unerträglich. Soviel wie in den Medien seitens der Journalisten und der Leser auf die jeweils andere Seite verbal eingedroschen wird, ist auf Dauer unerträglich und schlägt mir wirklich auf’s Gemüt. Ich mag gar nicht mehr recherchieren, weil dieses Gelaber zusehends zum Zeitfresser mutiert.

    Es fehlen die konstruktiven Ansätze. Deshalb fand ich diese Analogie mit den Agita (Anm. der Social Secretary: Leider hat das System hier auch wieder Text gekappt. Sorry!)

  • bala krishna Vienna,17-02-2010
    I am indeed fascinated. der Spiegel apart, there are young people in the heart of Europe who do not appreciate good bye with boots!The booted  Bush should be the last  hijack leader in any part of the globe.Speak up, speak up globally, let me sitting in my solitary cell as a sick man awaiting call have a chance to witness change for the better when hangman’s rope still getting ready. My be
    (Anm. der Social Secretary: Leider hat das System hier auch wieder Text gekappt. Sorry!)
  • 23linde * photoart Anregende Frühstückslektüre. Besten Dank dafür.

  • Alf …und die Linke wächst und wächst…

  • Über nextkabinett

    Seit seiner Gründung versammelt das next Kabinett kreative Kopfarbeiter um sich und versucht, bisweilen unter Zuhilfenahme überlieferter und überschätzter Utopien, einen neuen Blick auf das politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen zu werfen.

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