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Medienperlen

AWD, Maschmeyer und die Machenschaften der Politik – Der Drückerkönig und die Politik

 
Nach wie vor unverändert aktuell …

So, für alle, die die Sendung noch nicht gesehen haben, hier noch einmal die ungekürzte Fassung. Wer in der ARD-Mediathek nachschaut, wird sehen, dass die dort angebotene Sendung 28.09 MInuten dauert, das youtube-Video dagegen 28.16 Minuten. Grund dafür ist, dass Herr Maschmeyer die Gerichte bemüht hat und ab Minute 25:50 eine Szene unter Kuratel hat stellen lassen. Genaueres ist hier bei spon nachzulesen: 14.01.2011, Maschmeyer versus NDR, Gericht verbietet Szene in kritischer Doku

Es grüßt Euch,
Eure
Social Secretary

Leider nicht mehr die Mitschnitte der ARD-Dokumentation „Der Drückerkönig und die Politik“ vom 12.01.2011, die „gegen die Nutzungsbedingungen von You Tube verstoßen“.

Aus der taz vom 12.01.2011:

Carsten Maschmeyer ist ein guter Mensch. 1,4 Millionen Euro spendete er kurz vor Weihnachten bei der vom ZDF ausgestrahlten Benefizshow „Ein Herz für Kinder“. Am Ende umarmte der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, der heute im Verwaltungsrat der Schweizer Eigentümerfirma sitzt, Moderator Thomas Gottschalk.

Einen anderen öffentlich-rechtlichen Sender mag der Niedersachse mit den großen Spendierhosen weniger: den NDR. Vor einigen Monaten ließ dieser in der Sendung „Panorama — Die Reporter“ Menschen zu Wort kommen, die heute hoch verschuldet sind, weil sie von AWD-Beratern hinters Licht geführt worden waren. Nun ist der NDR verantwortlich für einen weiteren Film über Maschmeyer, den die ARD am Mittwoch ausstrahlt: „Der Drückerkönig und die Politik.“
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Auch hier äußern sich Opfer. Im Mittelpunkt des Films, präsentiert von NDR-Reporter Christoph Lütgert stehen Maschmeyers exzellente Beziehungen zu Größen des Politikbetriebs: 1998 unterstützte Maschmeyer mit Anzeigen Gerhard Schröders Kanzlerkandidatur. Bundespräsident Christian Wulff machte in einer Villa des Finanztycoons auf Mallorca Ferien. Als Gründer der Maschmeyer Rürup AG berät Politikerbuddy Maschmeyer heute Versicherungskonzerne.

Sein Kompagnon ist Schröders einstiger Rentenguru Bert Rürup — der Erfinder der Rürup-Rente, den Maschmeyer vorher zu AWD geholt hatte. Auch Familienministerin Kristina Schröder stand Rürup in Sachen Pflegeversicherung bereits beratend zur Seite — obwohl er die Versicherungsbranche berät. Teil des Geflechts ist auch Walter Riester, Arbeitsminister unter Schröder. Er lässt sich mit AWD-Beratern und vor Firmenlogos fotografieren. Im Film sagt er: „Ich bin noch nie für ein Produkt oder einen Anbieter werbend aufgetreten.“

In pointierten Dialogen mit Gesprächspartnern wie dem Korruptionsexperten Albrecht Müller entwirrt Reporter Lütgert das Netzwerk. Das Verdienst der Filmemacher besteht zudem darin, dass sie die Beteiligten durch hartnäckige Fragen zu kaltschnäuzigen Uns-kann-keiner-was-Reaktionen animieren: Kristina Schröder verdünnisiert sich, als die Fragen kritisch werden, und wird beim Abgang frech. Rürup sagt, der Gedanke, er profitiere heute davon, was er als Regierungsberater vorbereitet habe, könne „nur aus einem kranken Hirn entstehen“.

Dass die NDR-Leute Rürup angehen, ist bemerkenswert, weil auch die Öffentlich-Rechtlichen sonst gern so tun, als sei der ein unabhängiger Experte. „Rürup hat immer noch das Image des Wissenschaftlers“, konstatiert Müller. Maschmeyer selbst stand für Interviews nicht zur Verfügung.

Wie alle gut vernetzten guten Menschen hat Carsten Maschmeyer natürlich einen tüchtigen Anwalt. Im Vorfeld der Ausstrahlung von „Der Drückerkönig“ faxte der Top-Jurist Matthias Prinz den neun Intendanten der ARD am Freitag rund 60 Seiten. Ein unseriöses Werk planten die bösen Buben vom NDR, so der Tenor.

Dass prominente Anwälte vor der Ausstrahlung eines Films Wind machen, ist nicht ungewöhnlich, eine derart konzertierte Aktion aber schon. Fax-Weltmeister Prinz wird auch künftig viel Arbeit haben: Am 2. Februar zeigt das NDR-Fernsehen in der Reihe „Panorama — Die Reporter“ einen Film, der sich auf die bisherige juristische Auseinandersetzung Maschmeyers mit dem Sender konzentriert.

Weitere Links:

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Über nextkabinett

Seit seiner Gründung versammelt das next Kabinett kreative Kopfarbeiter um sich und versucht, bisweilen unter Zuhilfenahme überlieferter und überschätzter Utopien, einen neuen Blick auf das politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen zu werfen.

Diskussionen

17 Gedanken zu “AWD, Maschmeyer und die Machenschaften der Politik – Der Drückerkönig und die Politik

  1. Irgendwo habe ich aber noch einen Verweis auf das ungekürzte Teil gesehen (es sind sowieso nur wenige Sekunden, die da geschnitten werden mußten).

    M. könnte im Notfall einspringen, wenn Gutti Außen- und Schäuble Verteidigungs- und der jetzige Wirtschafts- (öhm – wer ist das eigentlich???) dann Finanzminister wird … Irgendwie paßt er in den Haufen.

    Verfasst von der_emil | Januar 18, 2011, 10:47 pm
    • Hey Emil,

      schön, von Dir zu hören. Zweierlei: Es sind nicht wenige Sekunden, die herausgeschnitten werden mussten, sondern mindestens zwei volle Sendeminuten. Insgesamt betrifft es die letzten fünf Sendeminuten, genauer gesagt.
      Hier der Link zur ARD-Mediathek, darin ist es dokumentiert ARD-exclusiv: Der Drückerkönig und die Politik
      Der Journalist trifft Maschmeyer in Frankfurt im Foyer des Messecenters und Maschmeyers Adlatus bügelt ihn ab. Das eigentlich Spannende ist ja Maschmeyers Reaktion während dieser Szene, die Art und Weise, wie er sich vom NDR-Journalisten abwendet, seine Unsicherheit, seine Hilflosigkeit getarnt und gepaart mit Arroganz und Überheblichkeit, ja Frechheit. Es ist ein kurzer ungeschminkter Blick auf und hinter die Fratze bundesdeutscher Machtkasperl. Diese wenigen Minuten lohnen und entschädigen für die übrigen 364 Fernsehtage.
      Auch die Szene mit Kristina Schröder liegt auf gleicher Höhe. Deren Gestammel und Kaltschnäuzigkeit entlarvt die öffentliche und private Person als das, was sie ist. Öffentlich-rechtliche Fernsehqualität wie man sie sich täglich wünscht.
      Sodann braucht Maschmeyer ja nicht einzuspringen, wenn die Ministerdarsteller versagen. Er kauft sich einfach neue, wie man am Beispiel Gerhard Schröder ableiten kann. Er passt nicht in den Haufen, er ist der Misthaufen, den die Fliegen umschwirren. Folglich passen die Ministerfliegen zu ihm. Das ist ja das eigentlich Perfide daran.

      Soweit hier und jetzt.

      Renate grüßt

      Verfasst von nextkabinett | Januar 19, 2011, 1:31 am
  2. Liebe Kollegen,

    Herr Maschmeyer hat für Lutz Marmor, den Intendanten des Norddeutschen Rundfunks ein Angebot, dass man „nicht ablehnen kann“
    Maschmeyer schlägt zurück: Ein Großangriff auf die Pressefreiheit – Fernsehen – Feuilleton – FAZ.NET http://bit.ly/hevuKN.
    Aus gegebenem Anlass erkläre ich: Herr Maschmeyer ist ein integerer Mann, ein grundsolider Geschäftsmann, und eine Zierde unseres Landes. Darauf gebe ich mein Ehrenwort, ich wiederhole, mein Ehrenwort!

    Liebe Grüsse
    Uwe

    Verfasst von Gladbecks Bürgermeister der Herzen | Januar 22, 2011, 2:06 pm
  3. Heute im SPON gefunden: Ex-AWD-Chef Maschmeyer soll Schröder Million gezahlt haben

    Dass Schröder auf seiner internen ‚Berater’liste gestanden hat, ist ja nichts neues, seitdem wir wissen, dass Maschmeyer Schröders Kanzlerkandidatur zugunsten Lafontaines finanziell ermöglicht hat. Ich begreife nur nicht, für was er Schröder hier Geld bezahlt haben will? Für dessen Memoiren? Dafür zahlt doch normalerweise ein Verlag bzw. Verleger einen Vorschuss usw. Die Frage bleibt für mich als Lektorin, in welchen Verlagen ist Maschmeyer finanziell beteiligt?
    Gerade noch dieses Fundstück auf der NDR-Seite gesehen: Eine Million Euro von Maschmeyer an Schröder?.

    Die Bildunterschrift eines gemeinsamen Fotos von Schröder und Maschmeyer lautet: „Was genau der angebliche Memoiren-Vertrag zwischen Maschmayer und Schröder beinhaltet, ist unklar.

    In der Meldung des NDR heißt es:

    Die Millionen-Zahlung wurde von Maschmeyer weder bestätigt noch dementiert. Schröder ließ dem „Spiegel“ ausrichten, er gebe zu Privatangelegenheiten keine Auskunft.

    Kein Kommentar vom Verlag

    Der Verlag Hoffmann und Campe, der 2006 die Schröder-Erinnerungen mit großem Marketingaufwand unter dem Titel „Entscheidungen: Mein Leben in der Politik“ herausgebracht hatte, wollte sich gegenüber NDR.de ebenfalls nicht zu dem Fall äußern. Das Buch war von „Spiegel“ und „Bild“ in Auszügen vorab veröffentlicht worden. Die Biografie hatte gemischte Kritiken geerntet.“

    Soviel dazu. Wir beobachten weiter …

    Verfasst von nextkabinett | März 4, 2011, 2:42 pm
    • Der Hinweis auf diese Bildanalyse in der FAZ sei in diesem Zusammenhang auch noch erwähnt: Immendorff malt Schröder. Goldfinger im Kanzleramt. Aus Zeitgründen hole ich eine genauere Textinterpretation später nach.

      LG, die SoSe

      Verfasst von nextkabinett | März 4, 2011, 2:50 pm
      • Ach ja, das ist auch allerliebst: Ex-AWD-Chef (58) Maschmeyer gründet Pharmafirma in München. 01.12.2010

        Gefunden in: die-welt-der-reichen. Eigentlich bin ich bei solchen, mir bisweilen arg demagogisch erscheinenden, Agitationsblogs eher skeptisch, aber diesem Blog will ich einmal eine Chance einräumen. Denn investitorisch interessant ist dies schon allein deshalb, weil ein neues Medikament gegen Depressionen eine Goldgrube ist. Wie schön wäre es, eine Pille zu schlucken, die bestimmte neuronale Rezeptoren hemmt und schon würden sich die depressiven Symptome in Luft auflösen. Wunderbar, diese Aussicht. Könnte man sich doch damit jahrelange mühsame Psychotherapie ersparen, deren Heilchancen ohnedies ungewiss wären. Ach ja … schöne neue Welt! „Ist alles so schön bunt hier.“

        Verfasst von nextkabinett | März 4, 2011, 3:29 pm
    • AWD-Mitarbeiterzeitung „Carsten Maschmeyer kündigte als besonderen Ehrengast den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder an! Das hatte niemand erwartet – der Bundeskanzler bei einer AWD-Vertriebstagung! Seine Botschaft: SIE als AWD-Mitarbeiter und Mitarbeiterin erfüllen eine staatsersetzende Funktion. Sichern Sie die Rente Ihrer Mandanten, denn der Staat kann es nicht. Private Vorsorge lautet das Gebot der Stunde. Die überwältigten Zuhörer dankten es ihm mit Standing Ovations.“
      Zitiert http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,749075,00.html und weis noch sonst einiges, wie es mit den Herren S und M zugegangensein soll

      Statsersetzend, das ist schon fast Staatszersetzend.
      Die Fettung ist von mir

      Verfasst von Gladbecks Bürgermeister der Herzen | März 8, 2011, 12:50 pm
      • Ja, bester Gemütlichkeitsminister,
        das sehe ich genauso. Ich frage mich so langsam auch, warum es hierzu keinen solch allgemein legitimierten Entrüstungssturm wie bei Herrn zu Guttenberg gibt.
        Ich bin zwar keine Freundin all dieser anti-linke-Presse-Hetzer, aber in dieser Sache kann ich deren Empörung nachvollziehen.

        LG, die SoSe

        Verfasst von nextkabinett | März 8, 2011, 1:37 pm
  4. Männerfreunde Schröder-Maschmeyer. Der Altkanzler und der Multi-Millionär

    Die Lachnummer des Tages. Leider geht diese Meldung schon wieder unter – wegen des heutigen Rosenmontags und am 4.3.2011 wegen Herrn zu G..
    Bereits vor drei Tagen habe ich mich darüber gewundert. http://nextkabinettblog.wordpress.com/2011/01/15/1150/#comment-253 Nicht dass, sondern wie war meine Frage. In obigem Artikel lautet die schlüssige Antwort, Maschmeyer habe Schröder die Buchrechte (also Urheberrechte und Lizenzrechte usw.) für eine Million Euro abgekauft. Wenn Schröder seine Buchrechte an einen Dritten abtritt, ist das formal korrekt. Trotzdem dürfen wir uns über die Höhe der Summe wundern und über darüber, dass sich ein seriöser Verlag vor den Karren des Duos Schröder – Maschmeyer hat spannen lassen. Das klingt nicht nur nach „Schmiergeld, das Matschmeyer zahlte, weil Schröder so toll Promotion gemacht hat für die AWD-Struki-Produkte.“ (Leserkommentar von lynx2), sondern schon fast nach Geldwäsche.

    Verfasst von nextkabinett | März 7, 2011, 1:40 pm
  5. Ein paar links zu Hern Maschmayer hätte ich da noch im Angebot
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=8638 Der ist zwar nicht Taufrisch wirft aber schön die Frage nach der Verstrickung des Bundes Wulfs auf.
    Hier äussert sich AWD (10. o3.11) zu Vorwürfen http://www.procontra-online.de/2011/03/geschlossene_fondsawd-ausert-sich-zu-vorwurfen/ die hier geäussert werden http://www.arbeitsgemeinschaft-finanzen.de/kurznotiert/verbraucher/20110310/meldungen-zu-fehlerhafter-beratung-bei-awd.php
    und da http://kurier.at/wirtschaft/anlage/2080371.php

    Verfasst von Gladbecks Bürgermeister der Herzen | März 11, 2011, 9:31 pm
  6. Bester Gemütlichkeitsminister,

    Taufrische ist bei Germanys next Bundeskabinett doch kein ausschlaggebendes Kriterium. Wir pflegen doch einen anderen Umgang mit der Zeit. Dafür stehst Du doch als Gemütlichkeitsminister quasi qua Amt ein!
    In meinen Augen kann wahre Information im Sinne von Aufklärung gar nicht altern. Deshalb vielen Dank für die Links.

    Noch einen erholsamen Tag in aller Gemütlichkeit natürlich,
    die
    SoSe

    Verfasst von nextkabinett | März 12, 2011, 9:52 am
    • „Die Vertreterin der Stiftung Warentest, Ariane Lauenburg: „Ich glaube, dass Carsten Maschmeyer mit dem Geld der Anleger sehr gut lebt. Er hat seinen Wohlstand auf dem Leid der Anleger aufgebaut.“

      Ich frage mich, wann endlich mal ein Gerichtsverfahren eingeleitet und nicht alles via Vergleiche zuvor abgeschmettert wird? Hoffen wir mal auf die Bonner Anwaltskanzlei Baum & Reiter. Andererseits – wie sollen sich jetzt verarmte einstige Kleinanleger solch exklusive Anwälte leisten können? So ginge ja noch der letzte Rest ihres Angelegten für Anwaltsrechnungen mit ungewissem Ausgang drauf? Bin ich froh, dass ich in den Neunzehnhundertneunzigern nie auf diese Investmentheilsversprechergötzen reingefallen bin.

      Es grüßt,
      die SoSe

      Verfasst von nextkabinett | März 12, 2011, 10:28 am
  7. Dank Dir für den Link. Ich kriege schon wieder Übelheitsattacken. Ich plane eine Blogserie mit dem Titel ‚Germanys next Very Special Watching List‘. Da kommt der Herr M. mit drauf. Dann werde ich auch das Datum dieses Artikels aktualisieren. Ach nein, das mache ich jetzt schon mal.

    Verfasst von nextkabinett | März 29, 2011, 7:03 pm
  8.  
    Zynische Verharmlosung

     
    14.03.2011

     
    Gerhart Baum, 78, ist Partner der Düsseldorfer Kanzlei Baum, Reiter & Collegen, von 1978 bis 1982 war der FDP-Politiker Bundesinnenminister.

    SPIEGEL: Herr Baum, wie viele Mandanten vertritt Ihre Kanzlei gegen den Finanzdienstleister AWD?

    Baum: Es sind einige hundert. Die ersten Erfahrungen haben wir mit Anlegern gesammelt, die sogenannte Dreiländerfonds gekauft haben. Der Fonds wurde unglaublich aggressiv als „Mercedes unter den Anlagen“ vertrieben, aber das war er überhaupt nicht. Die Leute haben alle Geld verloren.

    SPIEGEL: Der langjährige Firmenchef Carsten Maschmeyer spricht von „Einzelfällen“, die geschädigt wurden.

    Baum: Das ist definitiv falsch. Es gibt Zehntausende Geschädigte. Sie selbst haben im SPIEGEL vergangene Woche berichtet, dass allein der Dreiländerfonds mehr als 34 000-mal vertrieben wurde, dazu kommen rund 13 000 Anleger, die in die verlustreichen IMF-Medienfonds investiert haben. Wenn Maschmeyer von Einzelfällen spricht, ist das eine zynische Verharmlosung.

    SPIEGEL: Politiker wie Gerhard Schröder sind mit Maschmeyer befreundet.

    Baum: Mich wundert das, weil die aggressive Verkaufspolitik des AWD spätestens seit dem Jahr 2000 bekannt war. Der geschmacklose Höhepunkt war der Auftritt des Kanzlers Schröder auf einem AWD-Kongress im Dezember 2004. Er erklärte den Finanzberatern, sie hätten eine „staatsersetzende Funktion“, weil der Staat die Altersversorgung nicht mehr sichern könne. Es ist ja vernünftig, dass die Menschen fürs Alter vorsorgen. Aber der AWD hat den Rückenwind aus der Politik benutzt, um aggressiv riskante Finanzprodukte an den Mann zu bringen!

    SPIEGEL: Der frühere Arbeitsminister Walter Riester ist beim AWD aufgetreten, sagt aber, er habe nie Werbung für das Unternehmen gemacht.

    Baum: Allein dass er dort über Rente spricht, reicht doch. Riester hat sich mit AWD-Beratern vor einer AWD-Tapete fotografieren lassen, diese Fotos haben Berater im Kundengespräch gezeigt. Wie naiv muss man sein, wenn man sagt, das sei keine Werbung?

    SPIEGEL: Machen Sie Schröder und Riester verantwortlich für das, was der AWD gemacht hat?

    Baum: Die beiden sind zwar nicht verantwortlich für die aggressiven Vertriebsmethoden des AWD, aber sie haben sich als Werbefiguren einspannen lassen. Vor allem aber werfe ich Schröder und Riester vor, dass sie keinen gesetzlichen Rahmen geschaffen haben, der Anleger wirksam vor Abzockern schützt. Diese Gesetze wurden bis heute nicht gemacht.

    SPIEGEL: Der frühere Vorsitzende des Sachverständigenrats, Bert Rürup, hat mit Maschmeyer zusammen eine Firma gegründet, die ausländische Regierungen in Rentenfragen beraten will.

    Baum: Es ist unerträglich, dass Maschmeyer sich mit den beiden, die ihre Reputation in der Politik gewonnen haben, weiterhin schmückt. Ich fordere Riester und Rürup auf, ihre Funktionen nicht mehr fortzusetzen. Maschmeyer leugnet schließlich bis heute seine Verantwortung für die Schäden der Anleger.

    Verfasst von nextkabinett | April 4, 2011, 2:36 pm
  9. Swiss Life (+4,0% auf 45,16 CHF) legten von Gerüchten getrieben kräftig zu. So hiess es zum einen am Markt, der Lebensversicherungskonzern wolle sich von seiner am deutschen Finanzdienstleister MLP gehaltenen Beteiligung trennen. Zum anderen hiess es, der AWD-Gründer und Grossaktionär Carsten Maschmeyer baue seine Beteiligung aus.
    http://www.handelszeitung.ch/invest/aktien-schweizschluss-fester-ubs-vergleich-mit-us-justiz-im-rampenlicht

    Hannover (AWP/sda) – Der zur Swiss Life gehörende deutsche Finanzdienstleister AWD hat 2008 einen drastischen Gewinneinbruch erlitten. Unter dem Strich blieben dem Unternehmen noch 2,1 Mio EUR, nach 55,2 Mio EUR ein Jahr zuvor.

    Der Umsatz des vom Swiss-Life-Grossaktionär Carsten Maschmeyer geführten Konzerns fiel um 11,8% auf 633 Mio EUR, wie AWD am Dienstag mitteilte. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT brach um 76,3% auf 19,7 Mio EUR ein.
    http://www.handelszeitung.ch/invest/swiss-lifeawd-gewinn-um-962-eingebrochen

    TALANX STATT MLP: Swiss Life erhält nach AWD-Gründer Carsten Maschmeyer einen zweiten Grossaktionär aus Deutschland. Die Versicherungsgruppe Talanx erwirbt knapp 10 Prozent und nimmt dem Lebensversicherer auch Teile der Aktien am Finanzvertrieb MLP ab. Der designierte Swiss-Life-Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig leugnete Medien nicht, dass der Konzern mit der geplanten Übernahme von MLP gescheitert ist. Der Deal war im vergangenen Sommer von Maschmeyer eingefädelt worden. Trotz des Fehlschlags mit MLP soll Maschmeyer neuer Verwaltungsrat von Swiss Lief werden. Er ist bisher grösser Einzelaktionär von Swiss Life mit einem Aktienpaket von rund 7 Prozent. Ob der Versicherer 2009 wieder schwarze Zahlen, liess die Konzernführung offen. Swiss Life setze aber darauf, vom nach wie vor wachsenden Vorsorgemarkt profitieren zu können.
    http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/tagesueberblick-wirtschaft-399

    Verfasst von Gladbecks Bürgermeister der Herzen | April 7, 2011, 9:02 am

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