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Renate Kappes, Social Secretary

Jobsuche nach der ‚Götzendämmerung‘ (Teil 2)

 

 
Nun gut, Herr Westerwelle scheint ja nur noch ein Teilzeitproblem zu sein, seit er nicht mehr Liberaler Parteigeneralissimo und Vize-Kanzler ist. Allein als Außenminister ist er somit bloß noch zu 33,33 Prozent beschäftigt. Es soll ja Stimmen geben, die seinen unfreiwilligen Rückzug bedauern. [1] Dass dies der Kanzlerin, nicht zuletzt auch an ihrer persönlichen Lebensplanung, beim Weiterwursteln helfen wird, ist ja offensichtlich. Wie auch immer, schauen wir doch mal, was für Herrn Westerwelle jenseits der lukrativen Aufsichtsratsposten und Beraterverträge draußen im wahren Leben noch so alles möglich ist.

 
GuidoWesterwelle CRW1782

 
Inspiriert durch seine jüngste außenministerielle Dienstreise nach Down under könnte ich mir Herrn Westerwelle am ehesten in der Tourismusbranche vorstellen, was vielleicht an seinem Namen liegen mag. Go West, da wo die Welle am höchsten ist. Wellenreiten auf Westerland. Einfach mal eine Zeitlang Urlaub machen – wie Ole von Beust ab auf die Insel. Einfach mal einige Zeit ausspannen … up up and away … selbstverständlich in einem Ambiente gehobenen modernen Lifestyles …

 

 
Ergo, warum nicht mal einen Surfkurs buchen?

 
Christiaan Bailey surfing Costa Rica

 
Da gibt es coole Jungs mit coolen bodies. Mal ein wenig Baywatch betreiben. Den Kopf frei kriegen. Das muss ja nicht das Schlechteste sein.

 
Boost Mobile Pro 2008

 
Relaxt und entspannt nach Bonn zurückgekehrt, lassen sich dann alle zwischenzeitlich eingegangenen Angebote einfach besser beurteilen. Meine erste Option ist ja ein nicht minder relaxter Job als Aufsichtsrat in der Lecker-Schmecker-Eisbranche.
Ein wenig Praxiserfahrung an der Basis als Eisverkäufer wäre natürlich nicht schlecht. Dies ließe sich ja idealerweise im Rahmen einer verlorenen Wette bei ‚Wetten Dass‘ arrangieren.

 
Bundesarchiv Bild 183-E0320-0010-002, Berlin, Karl-Marx-Allee, Eisstand

 
Nicht minder könnte ich mir Herrn Westerwelle auch in der Coffee-Shop-Branche vorstellen. Warum nicht ein abgewracktes Cafe günstig erwerben und daraus mit Hilfe seines Lebenspartners ein schnuckeliges kleines Coffee-Shop einrichten. Da kann er sein Faible für hochwertige Herrengarderobe exzessiv ausleben. Chic sollte es schon sein. Und die hübschen Baristas nicht minder. Dies wäre auch eine ideale Basis für einen Beratervertrag mit einem internationalen Kaffeeröstervertrieb. International sollte es schon sein – wegen des gehobenen modernen Lifestyles. Ich empfehle Südkorea, denn dort sind auch Coffeeprinzen zur Zeit sehr in Mode – Genderverwirrungen inklusive.

 

 
Neben dem Eiscreme- und Kaffeebusiness wäre auch eine Karriere in der Hotelbranche nicht zu verachten. Idealerweise eine fruchtig-cremige Hotelkette … Falls für den Posten eines General Managers noch einige winzige Fachkenntnisse benötigt werden sollten, dann kann ein kleiner Schnupperkurs ein wenig Nachhilfe geben, wie die „Finesse des „Schweizer Hoteliers““ optimal präsentiert wird. Ich sehe hier ein immenses Potential für Herrn Westerwelle, wie er seine im Außenministerium erworbene Erfahrung als Chefdiplomat in eine erstklassige Zukunft investieren kann. Auch ein General Hotelmanager sollte über herausragende diplomatische Fähigkeiten verfügen. Seine rhetorischen Fähigkeiten sind ja tadellos, ebenso machen ihn seine fundierten Kenntnisse in Steuerfragen zu einer ersten Wahl für die Hotel- und Tourismusbranche. Ist dies doch die ideale Ausgangslage, in touristisch noch nicht erschlossene Areale zu investieren und hier luxuriösen Offshore-Paradiesen vom Kopf auf die Füße zu stellen. Hier gibt es für Existenzgründer wie Herrn Westerwelle nach wie vor neue Herausforderungen. Graue Eminenz in Offshore-Paradiesen werden. Dies wäre doch der ultimative Job für Herrn Westerwelle. Liberale Zwergstaaten mit einem Minimum an störender Bürokratie und Steuerbelastungen bieten beste Möglichkeiten für einen Politiker a.D.

 

Kleinwalsertal - Kapital anlegen

Kleinwalsertal - Kapital anlegen

 
Im Angebot hätten wir folgende Offshore-Paradiese: Neben unseren alpenländischen Nachbarn böten sich die britischen Inseln und Irland an. London und Dublin bieten viel Spielraum für repräsentative Briefkastenfirmen. Selbstverständlich wären auch Traumziele in Übersee wie Delaware, Singapur, die Bermudas, Lagos, Panama, die Cayman Inseln und Mauritius lohnenswert. Das Nonplusultra indes wäre das General Management des Neuesten vom Neuen …

 

Die neuen Offshore-Hotels ...

Die neuen Offshore-Hotels ...

 
Solche trendigen Offshore Hotels böten Herrn Westerwelle die innovative Karriere-perspektive schlechthin – und dies mundus global. DIE ideale Verbindung zwischen Steuersparmodellen und der Hotelbranche. So sie nicht bereits errichtet sind, könnten derartige Bohrinselhotels vor jeder Küste, insbesonders der BRICS-Staaten rasch erbaut werden. Die Frage wäre also … Indien, Südafrika oder Brasilien? Bunte und bisweilen chaotische Länder, da könnte er dann mal raus aus seiner formalen Haut. Passt auch gut mit der Tourismus-Branche, sind aber letztlich wohl doch auch zu sinnlich. Also doch eher China – formal, zurückhaltend, diszipliniert usw. Zumal er mit außenministeriellem Gespür seine Fühler schon längst dorthin ausgestreckt hat.[2]

 

Außenminister Guido Westerwelle eröffnete die Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung" im Nationalmuseum in Peking Anfang April 2011. Foto: dpa

Außenminister Guido Westerwelle eröffnete die Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung" im Nationalmuseum in Peking Anfang April 2011. Foto: dpa

 
Anmerkungen:

  • [1] „Gerade zuletzt offenbarte Westerwelle aber etwas, was ihn in vielen Augen sympathisch machte. Der von Guido an den Tag gelegte Pazifismus dürfte – neben den Wahlverlusten – eine gewichtige Rolle bei der medialen und innerparteilichen Entscheidung gespielt haben, Westerwelle politisch zu entsorgen. Unterdessen manövriert sich Angela Merkel gekonnt aus der Schusslinie.“ (http://theintelligence.de/index.php/politik/deutschland/2434-warum-der-rueckzug-von-westerwelle-falsch-ist.html)
  • [2] “ rgwoelfert merkwürdig… Unser halber Außenminister hat sich selbst in die aktuelle Lage manövriert. Seine Enthaltung vor dem UN-Rat wird Hintergründe haben. Sein ursprünglich gewolltes „Nein“ war wohl Chinas Meinung und der entgegengerichteten Kanzlermeinung („JA“) geschuldet, woraus letztlich die Enthaltung wurde.
    Führte unseren AM nicht gleich seine erste Dienstreise als AM nach China? In Begleitung des im Eventbereich tätigen Lebenspartners des AM? Hat dieser Lebenspartner auf dieser Reise des AM nicht erfolgversprechende Verträge mit seinen chinesischen Partnern schließen können? China hätte per Vetorecht mit „Nein“ stimmen können, hat aber meines Wissens nicht getan, sondern sich wie Deutschland enthalten. Merkwürdig – oder?
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    3 Gedanken zu “Jobsuche nach der ‚Götzendämmerung‘ (Teil 2)

    1. Also die Optionen, die hier für Guido W. gezeichnet werden, die spiegeln ja evident seine Persönlichkeit auf Erden: Ein Tausendsassa! Dr. W. kann alles, außer den Satz: „Ich bin der alte und neue Typus des Außenministers der Bundesrepublik Deutschland.“ sagen und machen; denn dieser Satz beinhaltet gleich sagenhafte 2(!) Tautologien, 1 Anakoluth und eine Unverschämtheit. Die Auflösung hierzu können Sie beim künftigen Minister des Ministeriums der 4 freien Elemente einsehen; immer donnerswochs und dienstabends ab 01:30 Uhr – in der Retorte, in der Dr. W, der sich schon als Baby habilitierte, das Dunkel der Welt erblickte.

      Verfasst von Ars Somniandi | Juni 6, 2011, 7:38 pm

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