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Junimond | zeitrafferin

 

Junimond | zeitrafferin

Chapeau, Frau Seeliger! Vielen Dank für Ihre detaillierten Informationen aus erster, weil vormals interner Hand. In den Medien ist das Hochjubeln von Schwarz-Grün bereits in vollem Gange. Ich fürchte, diese Allianz wird mindestens vier Jahre halten. Mit Frau Merkel, Frau von der Leyen, Frau Schröder, Frau Göhring-Eckhardt und Boris Palmer und … und … als „ökokonservative Nannies“. Viel neuer Stoff für unseren geschätzten Minister für Innere Schönheit in seiner Reihe Bewerte den Politiker.

 

Urwahlforum Bündnis 90/Die Grünen in Rostock am 24.10.2012. Foto: Jonas Rogowski

Urwahlforum Bündnis 90/Die Grünen in Rostock am 24.10.2012. Foto: Jonas Rogowski

 
Treffsicher formuliert Kommentator Dominic die aktuelle Lage, Motivation und Perspektive der Neocon-Greens oder grünen Neocons … Man muss es sich einfach immer auf’s Neue bewusst machen, dass der grüne Markenkern stets auch konservativ-bewahrend war und ist … Ich zitiere diesen Kommentar einfach mal zur Gänze, denn den schwarz-braunen Humus habe ich persönlich schon seit Gründung dieser Partei als deren Achillesferse wahrgenommen …

 
Dominic sagt:
November 11, 2012 um 14:05

„@Julia “Die Grünen haben eine ökospießige und neoliberale Basis. Wie kam es dazu?”

Die Grünen haben die Gesellschaft verändert. Sie haben ihre Kernthemen (Ökologie, Frauenrechte und -teilhabe u.a.) in alle etablierten Parteien eingeschleust. Ihr beharrlicher Kampf gegen die kurzsichtige Technologie der Atomkraft kulminierte kürzlich im schwarz-gelben Todesstoss gegen selbige auf deutschem Boden. Die Energiewende wird heute von allen Parteien befürwortet und getragen.

Eigentlich wäre es für die Grünen nun Zeit zu konstatieren: Mission (weitgehend) erfüllt. Wir lösen uns jetzt auf.

Aber da sie nicht nur das Establshment verändert haben, sondern gleichsam von diesem assimiliert und verändert wurden, geht das gar nicht mehr. Politik auf diesem Level ist auch ein höchst attraktives Geschäft und zieht reihenweise Leute an, denen es schlicht egal ist, unter welcher Agenda sie operieren – so lange sie Aussicht auf einen gut dotierten Listenplatz haben.

Was bleibt also den Grünen? Ihre Farbe kommt von der Natur. Natur bewahren ist löblich und findet auch im konservativen Lager rege Zustimmung. Was liegt da näher, als sich an die, die generell lieber etwas Bewahren als Verändern wollen, anzunähern? Spätestens seit dem furiosen Machtwechsel unter grüner Führung im tiefschwarzen “Ländle” dürfte diese “Einsicht” bei vielen Grünen gereift sein, auch wenn sie früher mit auf der Strasse standen, sassen oder fallweise lagen…

Und diesen “linksradikalen Makel” würde man jetzt auch gern mal abstreifen. Die alte Nazi-Generation stirbt eh langsam aus und man selbst wird ja auch nicht jünger. Also weg mit alten Feindbildern – Bürgertum wir kommen! Schwarz ist der Humus und grün das, was drauf wächst. Die Grünen mutieren zur Öko-CDU, weil ihnen vielleicht gar nichts weiter übrig bleibt. Oder sie müssten sich radikal neu erfinden, aber da gibts ja schon längst die Piraten …

Zu pessimistisch gesehen?“

 
zeitdilatator sagt:
November 11, 2012 um 12:07

„In der Basis der Grünen gab es schon immer Ökospießer und Neoliberale und wahrscheinlich waren sie schon seit Anfang der 1990ger Jahre in der Mehrheit. Das ist aber nicht so aufgefallen, weil die Delegierten immer linker waren als die Basis (ist bei der SPD auch so). Die Urwahl zeigt es jetzt und auch, daß es wahrscheinlich durch die vielen Neueintritte in den letzten schlimmer geworden ist.
Aber trotzdem: Es ist doch gut, daß die Ökospießer nicht bei der CDU sind sondern bei den Grünen. Denn da kommen sie mit alternativen Menschen zusammen und müssen sich mindestens mit ihnen arrangieren und im besten Fall von ihnen lernen, daß z.B. Feministen keine Emanzen sind und Obdachlose keine Penner.
Und es ist doch gut, daß die Liberalen nicht in der FDP sind sondern bei den Grünen und dort von den linken Menschen lernen, daß Freiheit nicht reicht sondern Gleichheit und Solidarität dazukommen müssen.
Wenn Parteien eine politisch relevante Größe erreichen sollen, müssen sie widersprüchliche Positionen integrieren (wie beim Trollfeminismus: Das Eine und das Andere gleichzeitig sein. […]“

 
Links:

 

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Seit seiner Gründung versammelt das next Kabinett kreative Kopfarbeiter um sich und versucht, bisweilen unter Zuhilfenahme überlieferter und überschätzter Utopien, einen neuen Blick auf das politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen zu werfen.

Diskussionen

3 Gedanken zu “Junimond | zeitrafferin

  1. Reblogged this on Germanys next Kabinettsküche und kommentierte:

    Aktuelles von zeitrafferin Julia Seeliger …

    Verfasst von nextkabinett | November 15, 2012, 11:40 am
  2. “ In den Medien ist das Hochjubeln von Schwarz-Grün bereits in vollem Gange.“

    Ist das tatsächlich so? Könnte sein, habs aber nicht nachgeprüft.

    Verfasst von Julia Seeliger (@zeitrafferin) | Dezember 13, 2012, 11:05 am

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